Heißes Duell in eiskalter Halle

Am vergangenen Freitag war der TV Malsch zu Gast in Forchheim und alleine der Gedanke löste bei einigen Forchheimer Spielern Angst und Schrecken aus. Die Stimmung war frostig und entsprach der Hallentemperatur.

Dementsprechend war es kein Wunder, dass alle Doppel verloren gingen. Besonders deutlich wurden Valentin und Steffen zerlegt. Beide waren mit dem Material der Gegner komplett überfordert. Die Regeln der Physik wurden außer Kraft gesetzt. Sichtlich frustriert ließ sich Valentin gleich im Anschluss an das Doppel in seinem ersten Einzel abschlachten. Damit ging Malsch mit 4:0 in Führung. Das war nicht unser Plan.

Den ersten Lichtblick erkämpfte sich Steffen in einem unglaublich spannenden Spiel gegen S. Tippelhofer. Unglaubliche Ballwechsel, in denen keiner zurückgezogen hat. Mit viel Mut und Blut überströmten Knie, konnte der erste Punkt im 5. Satz gesichert werden. Ist das die Wende?

Markus, unser Schwarzwälder Offensivtalent filetierte danach die Nummer vier von Malsch in 4 Sätzen. Malsch wackelt 2:4. Sichtlich erholt und bis in die Haarspitzen motiviert startet Jürgen in sein erstes Einzel. Trotz eines 0:2 Rückstands ließ er sich nicht beirren und erkämpfte sich den 5. Satz. Die Wurst ist noch nicht gegessen. Leider war unserem Oldie das Glück im 5. Satz nicht hold, so dass er sich mit 8:11 geschlagen geben musste. Sichtlich Spaß und dennoch ohne Chance ließ sich Lukas durch den Fleischwolf drehen. Auch er hatte sichtlich andere Vorstellungen von der Flugbahn des Balles. Kurze Noppen und Antitopp erzeugen Flugbahnen, die an die Flugversuche von Quack dem Bruchpilot erinnern. Den Abschlusspunkt des ersten Durchgangs setzte Sonny in einem Match, dass die Luft zum glühen brachte. Wieder 5 Sätze und Tischtennis für Feinschmecker. Wie mit einem Hackebeil gespielte Abwehrbälle, wechselten sich mit druckvollen Angriffsbällen ab. Die Tischtennisplatte musste nach dem Spiel erst einmal gereinigt werden. 3:6 die Halle wärmt sich auf, Forchheim wehrt sich.

Leider hatte Valentin auch in seinem zweiten Spiel keine Chance, es war einfach nicht sein Tag. Ohne eigene Aktionen, war er nicht einmal ein Schatten seiner selbst. Mit 0:3 Sätzen ging damit der nächste Punkt an Malsch und Valle vernichtete aus Frust gleich 3 heiße Wurstsemmeln. Kopf hoch, seine Zeit wird kommen. Immer noch vom ersten Spiel berauscht und sichtlich on fire startet Steffen danach gegen M. Tippelhofer. Den ersten Satz konnte er noch gewinnen, musste sich dann leider vom Pech verfolgt gleich dreimal mit 9:11 geschlagen geben. Auch zu diesem Spiel muss erwähnt werden, dass hier Ballwechseln gespielt wurde, die unsere Halle zum Beben brachten. 3:8 wieder nichts und doch, war jetzt eine unglaubliche Energie zu spüren. Forchheim lebt.

Wie ein angeschlagener Boxer wehrte sich Markus gegen die Niederlage. Klever, kontrolliert und immer mit einen Wurstzipfel Luft, wurden die Bälle auf den weißen Linien platziert. Er taumelte, aber kam nicht zu Fall. Zwischenstand 4:8. Auch Jürgen hatte kein Bock auf eine Niederlage. Wir sind nicht zum Verlieren in die Halle gekommen. Mit dieser Ausstrahlung wurde der Gegner bereits durch seinen Anblick eingeschüchtert. Durch gezielte „Bauchwegschmetterbälle“, die Jürgen selbst erfunden und patentiert hat, verursachte er massiven Frust bei seinem Gegner. 5:8 Forchheim steht auf. Mit einer Leichtigkeit, die nur ein Looping Lukas an die Platte bringt, zwirbelte er den 6 Punkt in trocken Tücher. Die Köpfe der Malscher senkten sich und die Forchheimer Brust wurde breiter. Werden im nächsten Spiel wieder die Kräfte der Physik außer Kraft gesetzt oder wer ist eigentlich der größere Zauberer. Geduldig begann Sonny die Bälle über die Platte zu verteilen. Immer ohne Rotation im Ball, was dem Gegner keine Freude bereitet hat. Dadurch gewann Sonny immer mehr an Selbstvertrauen und sendete deutliche Signale sich nicht durch Flugkurven und ungewöhnliche Belagfarben beeindrucken zu lassen. Jetzt steht die Halle in Flammen. 7:8. Blitze zucken durch die Luft und Valle tritt zusammen mit Steffen im Schlussdoppel an. Während die Halle einstürzt waren beide nur auf den nächsten Ball fokussiert. Die Schuhsohlen brannten bereits und beide entfachten ein Feuerwerk, das nicht an einem Silvesterabend alleine abgefackelt werden kann. Das Malscher Einser-Doppel war bis zu diesem Zeitpunkt ungeschlagen in die Session gestartet und dennoch sichtlich beeindruckt von dieser Forchheimer Dominanz. Mit 3:0 konnte das Spiel gewonnen werden. Endstand 8:8. An diesem Abend wurden Legenden geschrieben und alle Zuschauer werden diesen Abend nicht so schnell vergessen.

Das nächste Spiel findet am 24.11. in Ettlingen statt. An diesem Abend wird Quentin Tarantino anwesend sein, um Material für seinen nächsten Film zu sammeln. Bis dahin werden die Wunden geleckt und die Schläger und Platten gereinigt.

Steffen Eschbach

 

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